Sonntag, 5. November 2017

Scherben der Dunkelheit von Gesa Schwartz


♥♥♥♡ 


Die 16-jährige Anouk macht Urlaub in der Bretagne, doch schon nach kurzer Zeit wird die ländliche Ruhe gestört: Ein geheimnisvoller Zirkus lädt in seine düstere Vorstellung ein und zieht die Dorfbewohner in seinen Bann. Auch Anouk ist fasziniert und erliegt der magischen Anziehungskraft des Dark Circus. Doch hier ist nichts, wie es scheint – und schon bald schwebt Anouk in tödlicher Gefahr...

Hereinspaziert, hereinspaziert! Wenn der Dark Circus sein Zelt öffnet, lässt die Faszination nicht lange auf sich warten, ob nun bei den Besuchern oder denen, die das Spektakel nur auf dem Papier miterleben können. Dass Anouk dem Zauber skeptisch gegenübersteht, macht sie erfrischend sympatisch – sie nimmt nicht alles ohne zu hinterfragen hin, sondern zweifelt erstmal an allem, auch wenn es noch so unerklärlich ist. Die Zirkusbewohner sind uns ebenso schnell ans Herz gewachsen, allen voran natürlich Rhasgar, der Herr der Spiegel. Gesa Schwartz' Schreibstil ist angenehm flüssig und leicht zu lesen, ohne komplizierte Schnörkel, aber auch nicht so einfach, dass man sich beim Lesen langweilt.
Ebenfalls positiv überrascht hat uns der Plot. Die Geschichte ist strukturiert aufgebaut, und an den Stellen, an denen bei anderen Jugendbüchern oft Schluss ist, baut Schwartz noch eine Wendung ein und lässt die Geschichte weitergehen. Das zu verfolgen hat die Story weniger vorhersehbar und uns viel Spaß gemacht.
Gegen Ende allerdings waren wir etwas genervt von dem sich immerzu wiederholenden Gerede vom ach-so-bösen Clown. Masrador ist ja eigentlich eine Figur mit mehr Geschichte als erwartet, es wäre schön gewesen, hier auch verbal hinter die Schminke zu sehen. Außerdem erscheint uns Anouk stellenweise deutlich älter, als sie tatsächlich ist, und es war für uns nicht erkennbar, in welchem Zeitraum sich das Ganze eigentlich abspielt. Letztendlich hat uns doch ein klein wenig der Tiefgang gefehlt, der solche Leerstellen plausibel gefüllt hätte. Wir haben aber definitiv schon deutlich schlechtere Geschichten als diese gelesen; wir wurden hier mit tollen Ideen auf sprachlich angenehmer Ebene gut unterhalten. 

Unser Fazit: Gesa Schwartz überzeugt anfangs mit einer düster-phantastischen Geschichte voller Magie und Farben. Gegen Ende waren wir leider nicht mehr ganz so gefesselt und hätten uns mehr Figurenentwicklung abseits des Offensichtlichen gewünscht. Deshalb geben wir Scherben der Dunkelheit 3 1/2 von 5 Herzen und eine Leseempfehlung für Teenies mit einem Faible für leicht düstere Phantastik mit einem romantischen Touch.

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