Dienstag, 25. Juli 2017

Good as Gone von Amy Gentry



♥♥♥
Amy Gentry
Good as Gone. Ein Mädchen verschwindet. Eine Fremde kehrt zurück.
(eBook)
C. Bertelsmann



Acht Jahre, nachdem die Tochter von Anna und Tom aus ihrem Kinderzimmer entführt wurde, geschieht das Unfassbare: Es klingelt an der Tür, und eine junge Frau steht vor ihnen. 21 Jahre alt und mit einer schrecklichen Leidensgeschichte kehrt Julie endlich zurück zu ihrer Familie. Doch Julie hat Geheimnisse vor ihren Eltern, und bald beginnt Anna zu zweifeln: Ist diese Frau, wer sie vorgibt zu sein – und wenn nicht, was ist wirklich mit ihrer Tochter geschehen?


Wir haben das Buch schon vor einer Weile zu Ende gelesen, aber die Rezension fiel uns dann doch schwerer als erwartet. Was man sich während oder doch wenigstens nach der Lektüre klarmachen sollte: Es handelt sich hierbei nicht um einen Thriller. Das Buch ist ein Roman und sollte auch als solcher betrachtet werden. Unserer Meinung nach rühren einige der weniger guten Bewertungen auf manchen Plattformen vor allem daher, dass genau dieser Fakt nicht beachtet wurde. Von einem Thriller erwartet man bestimmte Handlungselemente oder einen gewissen Stil. Beides findet sich zum Teil auch hier – aber eben nicht vollständig, und genau das hat uns sehr gut gefallen.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt: Auf der einen Seite haben wir Anna, die Mutter zweier Töchter, Professorin an einer Universität und Ehefrau von Tom. Hautnah konnten wir miterleben, wie ihr Leben vor Julies Heimkehr verläuft – inklusive Entfremdung von ihrem Ehemann und ihrer zweiten Tochter. Julies Ankunft in ihrem Elternhaus zerbricht das eh schon fragile Familiengerüst und Anna steht eine schwierige Zeit bevor: Die Freude, all das rundherum zu Organisierende und schließlich die Zweifel. 
Auf der anderen Seite werden Bruchstücke aus dem Leben verschiedener Mädchen erzählt, jeweils aus ihren Perspektiven. Der Autorin gelingt es sehr gut, die Puzzlestücke der Geschichte zu arrangieren und allen Beteiligten ihre eigene Stimme zu geben. Dabei gibt es stets genug Anreiz, um als Leser am Ball zu bleiben und mitzudenken, aber auch genug ungelöste Fragen, sodass wir nie das Gefühl hatten, die Lösung ganz sicher schon im Voraus zu kennen, was den Spaß am Lesen gemindert hätte. 
In einigen Rezensionen haben wir gelesen, dass die Leser von den wechselnden Personen und Perspektiven verwirrt und somit letztendlich unbefriedigt waren. Wir hingegen fanden diese Art der Erzählung grade angenehm, da es so stets kurzweilig und spannend blieb. Amy Gentry hat einen angenehmen und einfach zu lesenden Erzählstil. Dabei sind die Gedanken, die sie stellenweise schreibt, keineswegs immer einfach und auch nicht leicht zu ertragen – aber sie sind wahr. Auch dadurch konnte sie uns trotz kleiner Schwächen von ihrem Buch überzeugen.

Good as Gone ist ein packender Roman voller Wendungen, deren Ausmaß sich nie gleich erahnen lässt. Ein Buch wie ein Puzzle – erst zusammengesetzt ergeben all die Teile das ganze Bild. Uns hat das Puzzlen Spaß gemacht, deshalb geben wir Amy Gentrys Debüt 4 ½ von 5 Herzen.  

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