Sonntag, 31. Juli 2016

FLOWER von Elizabeth Craft & Shea Olsen



♥♥♡♡




Die 18-jährige Charlotte hat einen Plan: Perfekter Schulabschluss, Medizinstudium in Stanford und vor allem nicht wie alle anderen Frauen ihrer Familie viel zu früh Kinder kriegen und sich dadurch alle Chancen im Leben verderben, etwas Großes zu werden. Das bedeutet: Keine Dates, keine Partys, keine Jungs. Doch dann trifft sie Tate, den mysteriösen Fremden mit dem dunklen Blick, der sie magnetisch anzieht. Doch was sie nicht weiß: Tate ist ein gefeierter Rockstar...

Der Grundgedanke in Flower ist nicht neu, aber das tut der Geschichte zunächst keinen Abbruch. Wir begegnen Charlotte in einem Blumenladen, ihrer Arbeitsstelle (und der einzige Bezug zum Titel des Buches). Zufällig begegnet sie dort Tate, und der will mit ihr ausgehen. Was folgt, ist eine Liebesgeschichte, wie sie direkt aus dem Herzen eines vierzehnjährigen Mädchens kommen könnte - große Gefühle, ein bisschen Plötzlich-Prinzessin und natürlich Drama. Bis hierhin durchaus angenehme und leichte Unterhaltung, perfekt für einen Tag am Strand. Der Schreibstil der Autorinnen lässt sich leicht lesen; nur die Formatierung des eBooks wechselte plötzlich, aber das kann man durch eigene Einstellungen ja schnell ändern.
Unser Problem mit dem Buch war, dass es uns, obwohl wir es schnell durchgelesen haben, nicht wirklich in seine Welt geholt hat. Das liegt unter anderem daran, dass die Charaktere sich zum einen kaum entwickeln, zum anderen auch gar nicht vollständig eingeführt werden. Sowohl Charlotte als auch Tate bleiben seltsam farblose Wesen. Auch wenn wir wissen, wie umwerfend toll Tate aussieht (ja, wir habens verstanden, Muskeln und so), sein Verhalten ist in viele Punkten einfach nicht nachvollziehbar und macht ihn unsympathisch. Charlotte ist nicht viel besser, man fragt sich, was genau denn eigentlich die Message dieses Buches ist: Lass dich ruhig fertig machen, wenn es die große Liebe ist? Es ist ok, gefühlte zwei Jahre darauf zu warten, dass er sich entschuldigt? "Der Eine" ist ein gebrochenes Herz wert? Wir wissen es nicht, aber es gefällt uns nicht. Auch die Liebe der Beiden, welche im Mittelpunkt der Geschichte steht, baut sich nicht etwa langsam und nachvollziehbar auf, sondern ist einfach plötzlich da - von der ersten Sekunde an sind sie einander verfallen. Auch das On-Off-Spiel der beiden birgt wenig Handlung, auch wenn es einen längeren Zeitraum umspannt. Das führt uns gleich zum nächsten Punkt:
Zeitsprünge sind ja häufig kompliziert, da man sich als Leser neu einfühlen muss. Manchen Büchern gelingt es trotzdem, dieses Mittel gut einzusetzen. Flower leider nicht. Durch die häufigen Lücken wird die Distanz zu Charlotte noch größer, auch wenn uns die letzten paar Seiten mit ihrem Leben wieder etwas versöhnt haben. Auch vergeht so viel Zeit, in der sich die beiden gar nicht sehen, dass man sich fragt, wie es eigentlich zu so viel Drama um eine so wenig existente Beziehung kommen konnte. Alles in allem ist die Geschichte einfach zu dünn und wirkt zu konstruiert, um wirklich befriedigend zu sein.

Flower ist wie ein Film, dessen Trailer schon alle Highlights enthalten hat: Ganz okay, stellenweise unterhaltsam, aber im Prinzip wurde das Pulver schon verschossen, ehe es richtig losgeht. Daher gibts von uns 2 1/2 Herzen und das abschließende Statement: Kann man lesen, muss man aber definitiv nicht.



Das Buch ist Buch 9 von 25 für die Random House Buchchallenge und erfüllt Aufgabe 31 von Daggis Buch Challenge: Ein Buch das von mindestens zwei Autoren (männlich und/oder weiblich) geschrieben wurde.

1 Kommentar:

  1. "Flower ist wie ein Film, dessen Trailer schon alle Highlights enthalten hat", ich liebe diese Formulierung =D Vielen Dank fürs Aufmerksam machen auf eure Rezension (und euren Blog, hier bleibe ich ♥).

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